wenn Kinder eine Brille brauchen …

In Österreich ist es laut den Mutter-Kind-Pass Untersuchungen vorgesehen, dass man mit den Kindern zum Augenarzt geht, wenn sie 2 Jahre alt sind. Damals war auch Christopher beim Augenarzt und es wurde auch festgestellt, dass er ein wenig schlechter sieht, als es für sein Alter normal wäre. Die Ärztin damals meinte, es gebe aber keinen Handlungsbedarf – nur wenn er zu schielen beginnen sollte, dann sollten wir wieder kommen. Christopher ist nun 6 Jahre alt und wird im September eingeschult. Vor der Einschulung wollte ich seine Augen nochmals überprüfen lassen und schwups hat das Kind eine Brille gebraucht. Ich möchte euch daher heute meine Erfahrungen zum Thema „wenn Kinder eine Brille brauchen“ erzählen und vielleicht habt ihr ja auch schon Erfahrungen mit dieser Thematik machen können und wir können uns darüber austauschen.

wenn Kinder eine Brille brauchen

Ich bin selbst Brillenträger seit meiner Kindergartenzeit und ich kann es mir absolut nicht ohne vorstellen, denn ich sehe wirklich schlecht ohne Brille. Es war daher für mich irgendwie unvorstellbar, wie man es nicht bemerken könnte, wenn das eigene Kind eine Brille braucht. Aber ganz ehrlich: Man merkt es nicht oder kaum. Bei Christopher ist nur das rechte Auge schlecht, das linke hat nur eine eher geringe Sehschwäche. Das gute Auge hat das Defizit des schlechten Auges so gut ausgeglichen, dass mir nichts aufgefallen ist.

Christopher kann ohne Brille alles lesen und sieht oft Dinge, die ich mit Brille nicht sehe. Ich hab mir einfach nichts dabei gedacht. Aber jetzt weiß ich, dass ein regelmäßiger Besuch beim Augenarzt ein wirkliches Muss ist, weil man es selber einfach nicht erkennt. Im Kindergarten war ein Optiker zu Besuch der mit allen Schulanfängern einen Sehtest machte. Wir bekamen dann einen Zettel, wo drauf stand, dass es auffälliger Befund vorlege.

mit Kindern zum Augenarzt

Da der Besuch beim Augenarzt vor 4 Jahren ganz schrecklich war, habe ich mich diesmal auf die Suche nach einem geeigneten Augenarzt für Kinder umgesehen. Ich habe mich bei Bekannten umgehört und im Internet belesen. Ich habe daraufhin ganz in der Nähe eine tolle Augenärztin gefunden, welche selbst Mutter ist. Außerdem bietet sie auch eine Sehschule an. Das alles gab mir gleich ein gutes Gefühl. Da sie eine Wahlärztin ist mussten wir auch nicht lange auf einen Termin warten.

Als wir bei der Ärztin ankamen, war ich gleich begeistert. Eine schöne Praxis mit Spielecke und auch die Empfangsdame war sehr freundlich – auch zu den Kindern. Das ist mir persönlich immer sehr wichtig. Weil sich die Kinder dann einfach wohler fühlen und vielleicht nicht mehr so viel oder gar keine Angst mehr haben. Die Ärztin selber war sehr nett und verständnisvoll und wusste sehr gut wie sie mit Christopher umgehen musste.

Die Untersuchung selber ging sehr schnell, nur das Eintropfen der Augen erforderte natürlich Wartezeit. Die haben wir aber gut in der Spielecke verbracht.

Der Brillenkauf

Christopher war nicht begeistert davon, dass er von nun an eine Brille tragen sollte. Der Kauf ging dann aber sehr schnell und er entschied sich für eine sehr schöne Brille inkl. einem magnetischen Sonnenclip mit der man die Brille in eine Sonnenbrille umwandeln kann.

Leider hat die Krankenkasse nicht viel der Kosten übernommen und so kostete uns die Brille 240€. Dafür haben wir uns aber für die dünnsten Gläser entschieden, damit die Brille nicht zu schwer wird. Das war mir sehr wichtig, da er ja auf der einen Seite doch eine hohe Sehschwäche hat.

der erste Monat mit Brille

Ich bin ganz ehrlich: Es ist ein Kampf. Jeden Tag. Christopher mag die Brille nicht und er hat sich auch nach einen Monat noch nicht wirklich daran gewöhnt. Ich muss ihn jeden Tag mehrmals daran erinnern die Brille aufzusetzen und ihn manchmal auch sehr darum bitten. Ich denke, es liegt an der Umstellung. Teilweise hat er auch über Kopfschmerzen geklagt. Das kenne ich auch von mir – man muss sich an eine neue Brille immer erst gewöhnen.

Teilweise lässt er die Brille nun schon einige Stunden auf. Ich habe das Gefühl, dass er dann vergessen hat, dass er die Brille auf hat. Sobald ihm aber wieder einfällt, dass er sie trägt, wird sie abgelegt. Im Moment sehe ich es noch gelassen und möchte ihn auf keinen Fall dazu zwingen sie zu tragen, denn Erfahrungsgemäß weiß ich, dass das bei ihm nichts bringt und eher kontraproduktiv ist. In der Schule wird er sie auf jeden Fall brauchen. Wir haben nun noch bis September Zeit ihn daran zu gewöhnen. Ich bin guter Dinge, dass wir das schaffen werden.

Habt ihr auch Kinder die eine Brille brauchen? Wie sind eure Erfahrungen damit? Tragen eure Kinder die Brille gerne? Wenn nicht, haben sie sich noch daran gewöhnt?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen.

Eure Steffi

3 Kommentare

  1. Hallo Steffi,
    wir haben jetzt auch erfahren, dass unser Kind eine Brille benötigt, weil sie weitsichtig ist und eine Linsentrübung auf einem Auge hat. Zusätzlich muss das gute Auge täglich für eine Stunde abgeklebt werden, damit das Gehirn das schlechte Auge nicht ausblendet und es zu schielen beginnt. Brille ist bestellt und kostet auch 100 €. Die Schwierigkeit, die wir dabei haben: Sie ist erst 9 Monate alt… Es kann ihr keiner erklären, warum sie das jetzt alles braucht, daher wird das sicher eine nervlich angespannte Zeit demnächst 😅 Noch sind wir guter Dinge.
    Viele Grüße
    ebenfalls Steffi (aber aus Deutschland)

  2. Kinderbrillen sind ja immer so eine Sache und kein Kind trägt wirklich gerne eine. Dank Harry Potter hat sich das etwas gebessert, aber der Brillenkauf weckt bei uns nach wie vor keine Jubelschreie. Ich investiere auch jedes Mal in die extra-dünnen Gläser, um das Tragegefühl zu verbessern.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.