Gastbeitrag: Was hilft bei Schwangerschaftsübelkeit?

Heute habe ich einen Gastbeitrag für euch. Silvia vom Blog Mama Jammer erzählt uns heute von ihren Erfahrungen mit der Schwangerschaftsübelkeit. Sie ist 30 Jahre alt und seit August 2017 Mama einer bezaubernden Tochter. Vor der Geburt ihrer Tochter hat Silvia als Online Marketing Managerin gearbeitet und nebenbei schon seit ihrer Schulzeit Texte geschrieben. Mittlerweile führt sie einen eigenen Blog über ihr Leben als Mama. Sie schreibt mit viel Humor und Sarkasmus über das Leben als Mutter und arbeitet im Moment an ihrem ersten Buch, welches neben der Unterhaltung auch hilfreiche Tipps enthalten wird. Schaut einfach mal bei ihr vorbei – es lohnt sich auf jeden Fall.

Ich bin schwanger, mir ist schlecht! Und 5 Tipps, wie man die Kloschüssel umgeht

 

Meine Tochter ist mittlerweile 11 Monate alt und ich bedaure, wie schnell die Zeit vergeht. Wie schön war die Schwangerschaft, die Geburt! Nostalgische Tränen glänzen in meinen Augen, während mein Mann mir den Vogel zeigt. Und schon hält er mir mein Schwangerschafts-Tagebuch unter die Nase: 6. Schwangerschaftswoche. Zuvor haben wir uns irrsinnig über den positiven Schwangerschaftstest gefreut. Ab der besagten Woche freue ich mich nicht mehr. Mir ist nämlich speiübel und ich frage mich, wie ich das Ganze überstehen soll. Bin ich eine von denen, die bis ins 9. Monat kotzen? Bitte nicht! Meine Hebamme hat mir verboten irgendetwas, was Schwangerschaft und Baby betrifft zu googeln. Also suche ich mir eine andere Suchmaschine und recherchiere, was man bei Übelkeit in der Schwangerschaft machen kann:

Ich bin schwanger und mir ist schlecht

  1. Vor dem Aufstehen gleich was Essen
    Zum Beispiel Zwieback oder trockene Kekse, dazu ein Glas Wasser oder Tee.
    Ich stelle mir also am Vorabend alles auf den Nachttisch und versuche am nächsten Tag mit möglichst wenigen Magenbewegungen nach dem Zwieback zu greifen. Knabbere ein bisschen herum, nehme einen Schluck Wasser. Ja, das fühlt sich nicht so schlecht an. Also stehe ich auf. Nach 10 Minuten ist mir wieder übel. Außer Brösel im Bett hat das vorerst nichts gebracht.
  2. Ingwer in allen Variationen
    Gut, dass es Winter ist. Denn so weiß ich sofort, wie ich Ingwer ohne jeden Tag asiatisch zu kochen, zu mir nehmen kann: Jeder im Büro trinkt nämlich, warum auch immer, warmes Wasser mit frischem Ingwer und Zitronen. Volles Lifestyle-Getränk also und es fällt auch gar nicht auf, wenn ich es trinke. Und ja, das hilft wirklich! Meine morgendliche Übelkeit ist vorerst gedämpft, gegen Mittag geht’s dann sowieso besser. Was übrigens nicht funktioniert sind diese Ingwer-Kaudragees. Widerlich sag ich nur! Außer man forciert es, sich zu übergeben, damit es einem bessergeht. Dann: go for it! Viel besser ist es irgendwann Ingwer in konzentrierter Form zu sich zu nehmen. Da gibt es wundervolle Kapseln, die ich wie eine Abhängige ständig bei mir hatte.
  3. Klo-Meditation
    Zu Weihnachten erreicht meine Übelkeit ihren Höhepunkt. Ich stehe morgens auf und setze mich schon mal vorsorglich vors Klo. Das mache ich immer so, wenn mir auf einer Skala von 0 bis 9, 9 schlecht ist. Weil 9 schlecht sein heißt, man wartet nur schnell auf den Würgereiz und dann geht’s los! Also sitze ich vorm Klo und weine. Weil ich habe eine Phobie vorm Kotzen und will nicht, dass das jetzt anfängt. Was ist nur mit meinem Ingwer-Heilmittel passiert? Ich sitze da also in unserem Klo und starre auf die Fliesen, drücke an dem Punkt zwischen Daumen und Zeigefinger herum. Irgendwo hab’ ich mal gelesen, dass die Stimulation dieses Punktes die Übelkeit dämpft. „Jetzt steck dir halt den Finger rein“, beratschlagt mich mein Mann. „Halt verdammt noch mal den Mund, ich will nicht kotzen!“
    Ich wippe vor und zurück im Schneidersitz, drücke Punkte, atme tief ein und aus und denke an schöne Erinnerung, summe Lieder und komme mir vor wie eine Geisteskranke. Mein Mann bringt mir, bevor er in die Arbeit fährt noch ein Glas Wasser und eine Decke. So sitze ich dann 3 Stunden da. Vorm Klo. Und brumme vor mich hin. Sehr meditativ muss ich sagen. Und plötzlich ist mir nicht mehr schlecht! Halleluja!
  4. Deftiges Essen, je fetter desto netter
    Dieses morgendliche Fast-kotzen-müssen-Spiel wiederholt sich in der letzten Arbeitswoche vor Weihnachten. Ich bin dann aber draufgekommen, dass es nach dem Mittagessen schlagartig besser wird. Das war so: Ich gehe mit meiner Kollegin an einem meiner Übelkeitshöhepunkte essen und sitze vor meinem Teller und weiß: Entweder, das geht jetzt gut, oder ich kotze aufs Teller und muss mir einen anderen Job suchen. Das Experiment geht gut. Essen funktioniert also. Vor allem, wenn ich deftig esse. Also schaue ich, dass ich mich schon um 11 Uhr in die Kantine bewege und suche mir das fettigste Essen aus, dass ich finden kann. Bei uns leider nicht schwer: Schweinsbraten, Bernerwürstl, Cevapcici, Schnitzel… Drei Bissen und mir geht es blendend. Also das mit der gesunden Ernährung in der Schwangerschaft und dem wenig zunehmen werde ich somit vergessen können.
  5. Abergläubisches Apotheken-Wunder-Zeug
    Als ich mal mit starker Übelkeit in die Apotheke kam und mit möglichst geringen Mundbewegungen danach fragte, was es gegen Übelkeit in der Schwangerschaft gibt, bekam ich beim ersten Mal Schüßler-Salze. Also nichts gegen Homöopathie, aber das half nichts! Beim zweiten Mal holte ich mir dann diese Armbänder gegen Reiseübelkeit. Die wirkten echt Wunder! Und waren zeitgleich ein modisches Accessoire, das so modisch war, dass man es am besten unter langen Ärmeln versteckte, nicht, dass jemand neidisch wurde.

 

In meinen drei Wochen Übelkeitsbekämpfung hörte ich dann auch immer nur die aufbauende Realität von anderen Freundinnen: „Also ich bin jetzt im 5. Monat und kotze noch immer beim Autofahren aus der Tür.“ Super.
„Eine Bekannte meiner Freundin musste ins Krankenhaus, weil sie gar nichts mehr bei sich behalten konnte. Nicht mal Wasser.“ Danke.
„Also ich hab’ am Tag der Geburt noch immer gekotzt.“ Bravo.

Aber ich bin ein Glückskind. Bei mir war nach drei Wochen Schluss. Und das, ohne ein einziges Mal zu kotzen! Und eigentlich ist es ja schon lange vergessen. Schwanger-Sein war doch sooo schön!

Ein Kommentar

  1. Bei mir hat leider gar nix geholfen, nur abgemildert würde ich sagen, ab der 5.SSW bis zum Ende der 12. Woche von früh bis abends gek….. und an der Infusion Tag und Nacht gehangen, mal nur mit Kochsalzlösung wegen der Flüssigkeit, denn nicht mal Wasser konnte ich trinken in dieser Zeit,mal mit medizinischen Hämmern, da ich es sonst nicht ausgehalten hätte 🤮😞 . Glücklicherweise konnte das alles daheim stattfinden, da mein Mann und ich von Berufswegen beide aus dem medizinischen Bereich kommen. Und ja ich hasse es kot… zu müssen und saß auch heulend zitternd vor der Closchüssel, aber meist stand der Eimer vor mir, da ich es bis auf die Toilette gar nicht mehr geschafft hätte.

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