Hochsensibilität bei Kindern

Dein Kind ist viel zu sensibel – er ist doch schon groß und muss damit klarkommen. Du kannst ihn nicht immer vor allem beschützen, da muss er nun einfach durch. Hast du auch schon einmal solche Sätze oder ähnliches gehört? Ich leider schon. Ja mein Kind ist sensibel und manchmal anders als andere Kinder, aber genau das macht ihn so besonders. Außerdem finde ich nicht, dass man zu sensibel sein kann. Sensibel zu sein ist doch eine tolle Eigenschaft. Christopher hat viele Anzeichen für Hochsensibilität und manchmal ist es für mich schon anstrengend, aber es macht ihn aus und gemeinsam bestreiten wir den Weg.

 

Hochsensibilität bei Kindern – Was ist das überhaupt?

 

Woran erkennt man eigentlich hochsensible Kinder? In den meisten Fällen macht sich Hochsensibilität schon im Babyalter bemerkbar. Es kann sich schon durch Kleinigkeiten bemerkbar machen wie zum Beispiel besondere Empfindsamkeit im Bezug auf Temperaturen oder Berührungen. Typisch ist dabei auch häufiges weinen und schreien der Babys. Beruhigen lassen sich diese Babys und Kinder meist nur durch Körperkontakt zu vertrauten Personen wie der Mama.

Werden die Kinder älter, dann zeigen sie ihre Hochsensibilität meist durch Unwohlfühlen bei gewissen Kleidungsstücken, beim Haare frisieren oder beim Fingernägel schneiden. Hochsensible Kinder nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr als wir Erwachsene. Die vielen Einflüsse und Geräusche sind manchmal einfach zu viel für sie und die Kinder sind dann oft leicht überfordert, introvertiert oder ängstlich. Der Kontakt zu fremden Personen fällt ihnen sehr schwer, aber sie können sehr schnell nachempfinden, ob das Gegenüber ihnen verständnisvoll entgegenkommt oder nicht. Je nachdem reagieren sie dann auch.

Hochsensible Kinder besitzen eine sehr gute Phantasie und sind kreativ. Nicht selten sind hochsensible Kinder auch sehr intelligent und können durch ihre bemerkenswerte Beobachtungsgabe viel lernen und sich vieles sehr genau merken.

hochsensible Kinder

 

Hochsensibilität ist nichts schlimmes

 

Ich weiß nicht, woher diese Negativität gegenüber schüchternen und sensiblen Kindern manchmal kommt. „Was stellt er sich denn so an?“ Ist nur eine Frage die mich mittlerweile schon richtig grantig werden lässt. Warum muss ein kleines Kind im Bezug auf fremde Personen sofort Vertrauen fassen und mit ihm sprechen?

 

Wenn mein kleines Kind einer fremden Person keine Antwort geben mag, ist das doch vollkommen okay. Christopher zum Beispiel muss immer erst Vertrauen zu einer Person aufbauen um sich dann mit ihr unterhalten und interagieren zu können. Je nach entgegenkommen der Personen kann das schnell gehen oder eben auch mal länger dauern. Es gibt auch Fälle, wo er nie genug Vertrauen aufbauen kann. Ist auch okay für mich. Ich als Erwachsener mag auch nicht alle Personen gleich und unterhalte mich auch nur mit Leuten die mir persönlich sympathisch sind. Genauso finde ich haben eben Kinder dieses Recht.

 

Natürlich gibt es einige Punkte bei der Hochsensibilität meines Sohnes, die sehr anstrengend sind. Vor allem im Alltag, wenn es mal schnell gehen muss, komme ich dann schon auch mal an meine Grenzen. Sei es die Jacke die nicht angezogen werden will, oder die Fingernägel die nicht geschnitten werden wollen, weil es ihm angeblich weh tut. Auch war die nie enden wollende Eingewöhnung im Kindergarten sehr belastend für mich. In der Schule jetzt läuft auch nicht alles rund, aber es wird besser und er hat sich mit der neuen Situation bereits nach 2 Wochen sehr gut arrangiert. Ich denke es wird besser, je älter die Kinder werden, weil sie vieles dann auch einfach besser verstehen.

 

Ein Gefühl von Sicherheit

 

Ganz besonders geholfen hat uns im Bezug auf die Hochsensibilität einfach das Gefühl von Sicherheit. Gerade in Kindergarten und Schule ist es für Christopher sehr wichtig, sich sicher zu fühlen. Unsere Lehrerinnen an der Schule kommen ihm dabei wirklich sehr toll entgegen und es klappt besser als ich je gedacht hätte. Ein großer Stein ist dabei von meinem Herzen gefallen.

Um sein Selbstvertrauen in großen Gruppen zu stärken, haben wir nun mit Fußball begonnen. Er darf nun zweimal die Woche ins Fußballtraining und ich merke wie es ihm gut tut. Natürlich gibt es auch dort Situationen die viel Mitgefühl von mir brauchen, aber im Großen und Ganzen war das eine gute Entscheidung.

 

Wer von euch hat denn auch hochsensible Kinder? Ich würde mich über einen Austausch mit euch sehr freuen.

 

Eure Steffi

5 Kommentare

  1. Ich hab auch ein Hochsensiben Sohn (und Mann) zuhause. Es ist nicht immer einfach, aber welches Kind ist einfach?!?!
    Wir waren mal beim Gesundheitsamt,wo er getestet wurden ist und sie mir ganz toll erklärt hat was ihn so einziegartig macht. Meiner hat aber ein paar andere Anzeichen wie Christopher….

    1. Hallo!

      Vermutlich ist unser Sohn (4) auch hochsensibel. Durch die Einschätzung einer Ergotherapeutin sind wir darauf gestossen, aber 100%ig sicher sind wir uns nicht. Wir fragen uns immer, ist er hochsensibel oder ist es einfach sein Charakter? Er ist nämlich ein typischer Stier. ;-)
      Er hat auch so ähnliche Anzeichen wie Christopher. Er trödelt STÄNDIG und ist immer der Langsamste; er hasst Nägel schneiden; er tobt und schreit wenn er neue Schuhe anziehen soll; er mag es nicht, wenn seine Hände schmutzig sind; er mag es nicht, wenn er sich zB anschüttet; er hat ständig die Finger im Mund und manchmal „reitet“ er auf einem Kissen rum. Er spielt gern für sich und tut sich mit seinen Mitmenschen schwer. Er ist nämlich sehr stur und wird schnell wütend. Er beschimpft uns dann oft und sagt sehr verletzende Sachen zu uns. Daher fragen wir uns oft, ob er vlt gerade in einer Trotzphase ist. Aber mit 4???
      Er liebt Musik, hat Taktgefühl und ein Wahnsinns Gedächnis! Doch schreiben und malen ist nicht so seins, was uns ein bisschen Sorgen bereitet, da er die Stifthaltung nicht so drauf hat.
      Ich hab das Gefühl, dass wir mit ihm rücksichtsvoller umgehen müssen, aber mein Mann hält nichts von dem Hochsensibel-Dings. Ich denke oft, dass er sich manchmal als Versager fühlt, da sein großer Bruder halt schneller ist und vieles besser kann.
      Hast du Tipps für uns, wie sich der Alltag besser meistern lässt? Kennst du auch so Wutanfälle? Wie geht ihr damit um?
      Nächste Woche beginnt er auch mit Fussball. Hftl wirkt es so positiv auf ihn, wie bei eurem Sohn!
      Lg :-)

  2. Hallo liebe Steffi,

    ich habe auch ein hochsensibles Kind. Deine Beschreibungen kommen mir so bekannt vor. Meine Maus geht zur Ergo. Seitdem ist es deutlich besser.

    Wenn du Lust auf Austausch hast. Melde dich einfach bei mir.

  3. Hallo Steffi , auch ich habe 2 vermutlich sogar 3 hochsensible Kinder ! Bei meinem Großen würde das damals mit ADS verwechselt , ein fataler Fehler …. Wir haben eine lange Leidensgeschichte hinter uns und ich bin froh , dass heute hochsensible Kinder besser erkannt und akzeptiert werden . Bei der mittleren , sie ist nun in der 2 Klasse , geht die Lehrerin viel besser damit um. Sie ist von Anfang an auf meine Wünsche und Anregungen eingegangen ! Das ist wichtig , dass unsere Mäuse Menschen in ihrem Umfeld haben , die sie so akzeptieren wie sie sind .
    Aber ja der Alltag ist nicht immer einfach . Vor allem mit mehreren Kindern die hochsensibel sind und einer Mama mit Ungeduld!!!
    Ich wünsche dir gute Nerven Grüße

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