Kindheit früher vs Kindheit heute

Könnt ihr euch noch gut an eure Kindheit erinnern? Ich muss zugeben vieles habe ich vergessen und staune immer wieder an wie viele Einzelheiten meine Freundin sich noch erinnern kann. Aber an die Dinge an die ich mich erinnere sind irgendwie so ganz anders als die Kindheit der Kinder heute. Geht es euch dabei ähnlich?

Kindheit früher vs Kindheit heute

 

Ich kann mich noch gut an meine Sommerferien erinnern, die ich größtenteils auf dem Spielplatz verbracht habe. Zusammen mit den Nachbarskindern waren wir ab Mittags immer draußen, haben gespielt und getobt und dabei nicht viel gebraucht. Meistens war nur ein Ball und Sandspielzeug vorhanden – das reichte uns. Wir haben verschiedene Ballspiele gespielt oder auch mal „Räuber und Polizei“. War uns langweilig haben wir uns einfach neue Spiele ausgedacht. Wir waren immer zwischen 5 und 10 Kinder und langweilig war und früher eigentlich nie.

Zusammen mit meiner Freundin habe ich in einem Sandeimer aus Gras, Wasser und Brennnesseln eine Hexensuppe gekocht. Wir waren abends dreckig und müde, und wenn die Straßenlaternen angingen, war das das Zeichen für uns nach Hause zu gehen. Ich denke immer gerne an diese Zeit zurück. War es bei euch ähnlich?

Kindheit heute

Ich habe euch ja schon einmal erzählt, dass es hier bei uns leider ganz anders ist (meinen Artikel dazu findest du hier) . In unserer Gemeinde gibt es leider keinen so tollen Spielplatz wie es in meiner Kindheit bei mir zuhause gab. Irgendwie sind wir immer nur alleine unterwegs in den Sommerferien. Was ich total schade finde für meine Kinder.

Generell wachsen Kinder heute ganz anders auf als wir früher. Auch ich bin ja anders aufgewachsen als meine Mutter damals. Die Zeiten ändern sich einfach. Aber dennoch finde ich es viel schöner, wenn die Kinder draußen zusammen spielen als wenn sie drinnen sitzen und mit ihren Handys spielen. Das hat in letzter Zeit echt zugenommen. Ja auch meine Kinder dürfen Handy, Tablet und Spielekonsolen benutzen aber es sollte doch auch immer ein schönes Gleichgewicht geben.

Es ist doch viel schöner, wenn sich 10 Kinder auf dem Spielplatz zusammen finden und gemeinsam spielen als wenn jede Familie für sich selber ist. Aber wahrscheinlich sind die Zeiten nun auch einfach anders. Die meisten Mütter arbeiten und die Sommerferien sind für die Kinder irgendwie anders verplant. Vielleicht verbringen sie diese Zeit bei der Oma? Wie ist das denn bei euch?

Wachsen unsere Kinder behüteter auf?

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich in meiner Kindheit sehr viel mehr Freiheiten hatte. Es gab nicht wirklich viele Regeln seitens meiner Mutter, aber die die es gab, wurden befolgt und funktionierten. Ich wusste wo ich Nachmittags hingehen darf und wann ich wieder zuhause sein musste. Es gab kein Handy oder ähnliches womit meine Mutter mich erreichen hätte können. Es gab einfach dieses Vertrauen und es funktionierte.

Heute wird das ja oft als Grund angegeben: Mein 8 jähriger braucht ein Handy damit ich ihn erreichen kann. Früher funktionierte es ja auch ohne, oder? Früher gab es kein: Nein mach das nicht, dass ist zu gefährlich. Wenn wir auf einen Baum klettern wollten, dann haben wir das einfach gemacht. Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Kinder heutzutage sehr behütet werden und die Mamas ihre Kinder vor allem beschützen möchten. Auch ich mache hin und wieder diesen Fehler, habe aber gemerkt, dass es meinen Kindern viel mehr bringt, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen.

Wie seht ihr das denn? Unterscheidet sich eure Kindheit sehr von der eurer Kinder?

eure Steffi

Ein Kommentar

  1. Hi, ich sehe das ehrlich gesagt ganz anders. Ich bin ein Kleinstadtkind. Trotzdem, ich war NIE irgendwo einfach unterwegs. Immer war abgesprochen mit wem und wohin. Den ganzen Tag weg und zur Dunkelheit heim? Kenne ich weder von mir, noch von meinen Freundinnen. Zweitens, ich war immer fußläufig unterwegs. Ich glaube, die entfernteste Freundin war vielleicht 800m weg? Im Grundschulalter wurde ich (zu Fuß) gebracht und abgeholt. Meine Freundinnen ebenso. ÖPNV habe ich mit 12/13 erstmals alleine benutzt, zu Oma und Opa in die Nachbarstadt. Zuhause ging man zu Fuß oder später Rad. Meine Eltern konnten mich immer erreichen, ich war ja bei Freunden, wo es ein Telefon gab. Mein Großer ist 9 und ist seit etwa einem Jahr auch mal alleine mit der Schwebebahn unterwegs. Da gibt es Betriebsstörungen oder im Mai hat uns das Unwetter so schlimm getroffen, da ging nichts mehr (aus einem Bauchgefühl war die Oma mit). Sie steckten 2 Stunden fest. Er alleine ohne Handy? Natürlich braucht er in der Schule keins. Die Strecke kann er laufen. Aber es liegt dann hier Zuhause, vielleicht fährt nämlich wieder eine Bahn nicht und er sitzt alleine hier und fragt sich, wo ich bin. Oder neulich hatte er den Schlüssel in der Schule vergessen. Handy (wegen Ausflug mit) ebenfalls. Ich war seinen Bruder abholen. Als ich wieder kam, hatte er 45 Minuten vor der Tür gesessen, wusste nicht, wo ich war und kam nicht rein. Daher, doch, mein Kind „braucht“ ein Handy. Natürlich ist das Leben auch anders. Wir leben in einer Großstadt. Die Welt ist auch in vielem anonymer geworden, wobei man sich bei uns in der Strasse und im Stadtteil kennt. Aber weder ich in den 80ern noch mein Sohn heute, sind je einfach von Morgens bis Abends draussen. Manchmal denke ich, man idealisiert die Kindheit früher etwas? Meine Kindheit war schön, aber nicht besser als die meiner Kinder.
    Trotzdem finde ich natürlich Deinen Artikel interessant und als Gesprächsgrundlage echt wichtig!
    Liebe Grüße

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