Impfen – Soll ich meine Kinder gegen Meningokokken impfen lassen?

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Heute äußere ich mich, zum allerersten Mal seitdem ich blogge, zum Thema Impfen. Ich bin mir bewusst, dass es ein sehr sensibles Thema ist und ich akzeptiere bei diesem Thema sowohl die Befürworter als auch die Gegner. Mein großer Wunsch ist es, dass ihr diesen Artikel völlig unvoreingenommen lest, denn auch ich habe ihn unvoreingenommen geschrieben. Aber am besten starte ich einfach mit meinen Erzählungen. Es ist fast 7 Jahre her, als ich mich das erste Mal mit dem Thema Meningokokken auseinandersetzen musste. Damals sprach mich unsere Kinderärztin darauf an, ob ich Sebastian impfen lassen möchte, da die Meningokokken Impfung nun neu im österreichischen Impfplan empfohlen sei.

Soll ich mein Kind Meningokokken impfen lassen?

Damals war ich sehr verunsichert, denn in meinem Freundeskreis gab es noch nicht viele Erfahrungen mit dieser Impfung. Ich musste mich auf die Meinung und Erfahrung unserer Ärztin verlassen und ihr vertrauen. Es war für uns die richtige Entscheidung. Es ist daher auch immer sehr wichtig, seinem Kinderarzt zu vertrauen und sich bei ihm wohlzufühlen. Mir war und ist das immer ein sehr großes Anliegen – nicht nur im Bezug aufs Impfen.

Wenn es euch so geht wie mir, und ihr nicht genau wisst, was Meningokokken sind, dann möchte ich  heute gerne versuchen euch ein wenig aufzuklären, um euch Hilfestellung bei eurer Entscheidung zu geben. Ebenso werden euch in diesem Artikel hoffentlich auch Erzählungen von Betroffenen bei eurer Entscheidung  weiterhelfen.

„Einen Helm zieht man ja auch vor dem Radfahren und nicht während des Sturzes an.“ Johannes Hollmann, Betroffener einer Meningokokken-Meningitis

Was sind eigentlich Meningokokken und was verursachen sie?

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachenraum ansiedeln und eine Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt, und/oder eine Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) verursachen können. Übertragen werden diese Bakterien über Tröpfeninfektion. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zehn Tage. Das Gefährliche daran ist, dass diese Erkrankung innerhalb von Stunden zum Tod führen kann. 1 von 10 erkrankten Personen stirbt trotz bester medizinischer Versorgung an einer Erkrankung. 20% aller Überlebenden erleiden dauerhafte Folgeschäden wie Amputationen, Taubheit oder chronische Schmerzen.

Eine Erkrankung kann jeden treffen. Das größte Risiko haben aber Babys und Kinder unter 5 Jahren da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Ebenso Jugendliche, da sie viele enge soziale Kontakte pflegen, welche die Übertragung der Bakterien begünstigen. Es gibt in Österreich insgesamt 3 Impfstoffe gegen jene 5 Gruppen, die beim Menschen hauptsächlich zur Erkrankung führen (A, B, C, W, Y,).

„Leider gab es in meiner Kindheit und Jugend noch keine Impfung für Meningokokken. Bei meinen Söhnen war es mir daher umso wichtiger, sie bestmöglich zu schützen, damit ihnen das, was mir geschah, niemals zustößt.“ Marleen Verbeek, Betroffene einer Meningokokken-Sepsis

Die Symptome einer Meningokokken Erkrankung sind oft schwer zu erkennen, da sie zunächst denen einer Grippe ähneln. Die häufigsten Merkmale einer Meningitis treten erst in einem späteren Stadium auf: ein steifer Nacken, hohes Fieber, Lichtsensibilität, Verwirrung, Kopfschmerzen und Erbrechen. Bei Kleinkindern sind diese Symptome schwer zu erkennen bzw können sie auch fehlen. Stattdessen können kleine Kinder träge erscheinen, sind reizbar, erbrechen und essen sehr wenig. Punktförmige Einblutungen in die Haut weisen auf eine Sepsis hin.

Geschichten von Betroffenen

In den letzten Tagen habe ich mir viele Meinungen, Internetseiten und Berichte gelesen. Einen davon möchte ich gerne mit euch teilen. Ich habe bewusst diesen gewählt, weil ich euch bewusst machen möchte, dass nicht jeder soviel Glück hat wie Johannes Hollmann. Er erkrankte kurz nach seinem 18. Geburtstag. Jeder von uns hat Kinder und keiner von uns wünscht sich, dass seinem Kind so etwas widerfährt. Wir alle haben da viel schönere Pläne für unsere Liebsten. Dieser Bericht ging mir einfach sehr nahe und hat mich zum Nachdenken gebracht.

„Als ich kurz nach meinem 18-jährigen Geburtstag plötzlich an einer Meningokokken-Meningitis erkrankte, fiel ich innerhalb weniger Stunden ins Koma. Die erste Zeit lag meine Überlebenswahrscheinlichkeit bei fünf Prozent und steigerte sich aber dann von Tag zu Tag. Als ich zwei Wochen später aus dem Koma geholt wurde, hatte ich körperlich stark abgebaut und es war mir nicht mehr möglich mich selbständig zu versorgen. Alltägliche Dinge waren nicht mehr machbar. So konnte ich mich nicht mehr rasieren oder mir die Zähne putzen. Als damaliger Leistungssportler was das doppelt so hart für mich. Auch das Schreiben und Lesen musste ich über die nächsten Monate erst wieder neu erlernen. Das war einer schwierige Zeit, in der mir meine Familie viel Halt gab. Wie durch ein Wunder habe ich keine Folgeschäden davon getragen.“ Johannes Hollmann

Einen weiteren Erfahrungsbericht findest du hier. Hier geht es um ein kleines Mädchen, welches sehr schwer an der Menigokokken Sepsis erkrankt ist. Auch hier hatte ich wieder Gänsehaut pur beim Lesen.

Falls ihr noch mehr Informationen möchtet, dann klickt einfach hier:

Österreichischer Impfplan

Infos zur Meningokokken Erkrankung

In Kooperation mit GSK

 

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